• Anna Maxhofer

Veränderung von Denkmustern

Bei unserem gestrigen Beitrag ging es darum, dass wir durch unser Denken unsere Gedanken beeinflussen können.


Nun ist das natürlich eine Angelegenheit, die nicht ganz so einfach ist. Vor allem, wenn es sich um Grundüberzeugungen und lange eingeübte Denkmuster handelt.


Wir alle denken und handeln auf gewisse Weise, weil wir es irgendwann so gelernt haben. Auch Verhaltensweisen unter denen wir heute vielleicht leiden, hatten meist irgendwann in den frühen Phasen unseres Lebens eine wichtige Funktion. Da man als Kind abhängig von den Eltern/Bezugspersonen ist, verhält man sich so, dass die kindlichen (und jugendlichen) Bedürfnisse bestmöglich erfüllt werden.


Haben wir nun so ein schädliches Denkmuster identifiziert, können wir uns bewusst dazu entscheiden, dass wir es verändern wollen.


Viele scheitern an dem Versuch aus schwarz weiß zu machen. Positive Psychologie und etliche "inspirational quotes" gaukeln uns vor, man müsse doch einfach nur denken "Du bist genug!" "Du bist liebenswert!" bis man es sich selbst glaubt.


Der Ansatz ist nicht ganz verkehrt, da man durch häufiges Denken eines bestimmten Gedankens die zugehörigen synaptischen Bahnen stärkt und die zugehörige Information im Gehirn leichter greifbar/verfügbar macht.


Das Problem ist jedoch, dass diese gegenteiligen Informationen erstmal Stress in unserem Hirn auslösen. Wenn zwei Informationen existieren, die das Gehirn nicht gleichzeitig verarbeiten kann, wird es nach Informationen suchen, die einen der beiden Gedanken widerlegen (und dabei ist der neue Gedanke selten der Gewinner).


Stattdessen sollte man anfangen nach Grautönen zu suchen. Vielleicht findet man einen Gedanken, der das erlebte Gefühl zwar nicht "gut" aber "ein bisschen leichter zu ertragen" macht.


Oftmals ist es auch ein guter Anfang, hinter die bisherigen Überzeugungen erstmal nur ein Fragezeichen zu setzen...